Allgemeines

Hier werden einige Punkte geklärt, die einem so in der Praxis begegnen und die oft nicht in Büchern zu finden sind.

Wie wähle ich mein Paßwort? Und wie oft soll ich es wechseln?

Die Sicherheit eines Netzes, so ausgefeilt es sein mag, hängt stets vom schwächsten Glied ab, vom Menschen. Das gilt auch für den ganz normalen Anwender, also auch für Sie. Wenn Sie einen Zugang zum Internet oder zu irgendeinem anderen, das den Zugang zu Internetdiensten bietet (z.B. Online-Dienste), haben, dann möchten Sie, daß niemand anders Ihren Zugang benutzt. Klar, Sie bezahlen ihn ja auch. In der Regel wird Ihr Zugang durch ein Kennwort oder password gesichert (wir benutzen im Folgenden ausschließlich den begriff "Kennwort"), das nur Sie wissen. Vernünftige Anbieter lassen zu, daß Sie Ihr Kennwort selbst zu beliebigen Zeiten ändern können. Aber das knifflige an Kennwörtern ist, daß sie entweder leicht zu behalten sind; was aber bedeutet, das man es leicht ermitteln kann. Sie haben doch auch den Film "Wargames" gesehen? Wenn er auch nicht zu den Jahrhundertfilmen gehört, so wird doch anschaulich demonstriert, wie ein zu simples Kennwort ermittelt werden kann. Aber auf der anderen Seite ist ein sicheres Kennwort nicht leicht zu merken. Auch nicht für den Anwender. Ein scheinbar unlösbares Dilemma!

Egal, wie Sie es später handhaben, schreiben Sie Ihre Kennworte nirgends auf! Dasselbe gilt im Übrigen auch für PINs von Euroscheckkarten, Kreditkarten und Telefonkarten. Schreiben Sie Sie auch nicht ins Notizbuch unter "G" wie "geheim" oder unter Phantasienamen!

Vor allem Kennwörter aus natürlichsprachlichen Wörtern, Namen, Bezeichnungen, Farben, sollte man meiden wie der Teufel das Weihwasser. Denn es gibt Programme, die anhand von Wörterbüchern oder Reglewerken alle Möglichkeiten durchprobieren. Die Erfolgsquote solcher Programme ist dabei beeindruckend hoch. Es handelt sich dabei allerdings nicht um dubioses Werkzeug irgendwelcher pickliger und schmuddeliger Hacker, sondern um Sicherheitseinrichtungen von Systemverwaltern, die damit Löcher in ihrem System aufspüren wollen. Man kann diese "crack"-Programme glücklicherweise überall im Netz bekommen.

Theoretisch wäre eine rein zufällige Zeichenkette optimal. Das ist allerdings aus mehreren Gründen nicht zu empfehlen.

Es muß also ein Kompromiß gefunden werden zwischen leicht zu merkendem und schwierig zu ermittelndem Kennwort. Ein Ausweg ist die "Initialenmethode":

Man wähle den Titel eines Buches, eines Liedes oder ein Gedicht. Man nehme jeweils die Anfangsbuchstaben des gewählten Satzes und setze sie hintereinander. Zudem kann man dann noch die Initialen des Autors oder Interpreten dahinter oder davor setzen und beide Teile beispielsweise durch einen Punkt oder ein Komma trennen.

Zum Beispiel:

Goethe: Grau, lieber Freund, ist alle Theorie, [...] ergibt "GlFiaT.JWG"

Caesar: Gallia est divisa in tres partes ergibt "GJC,Geditp"

Solche Kennworte kann man sich recht leicht merken, aber es zu ermitteln ist relativ schwierig. Man kann die Methode variieren, indem man jeweils den letzten oder dritten oder einen anderen Buchstaben benutzt.

Und: Wechseln Sie Ihr Kennwort regelmäßig und nicht zu selten. Alle zwei oder drei Monate ist ein recht guter Wert.

Komische Zeichen

Manchmal sieht man in Texten aus dem Netz an den Stellen, wo man Umlaute vermuten würde, merkwürdige Zeichen. Das rührt daher, daß im Netz die verschiedensten Rechnertypen benutzt werden; und die verwenden oftmals verschiedene Zeichensätze. ASCII ist genormt, aber die Umlaute und nationalen Sonderzeichen sitzen an irgendwelchen willkürlichen Stellen, so daß ein "ä" auf Ihrem Rechner wie ein "M-h" auf einem anderen Rechner aussieht.

Manche Benutzerprogramme können die verschiedenen Umlaute nicht richtig darstellen, entweder weil das nicht vorgesehen ist oder weil der Benutzer sein Programm nicht richtig konfiguriert hat.

Benutzen Sie also in Internetddiensten, vor allem e-mail und News keine Umlaute und kein "ß". Es gibt zwar Normen, die diesem Umstand abhelfen sollen, aber die haben sich noch nicht vollständig durchgesetzt oder funktionieren nicht korrekt oder sie wurden nicht korrekt konfiguriert..

Was bedeuten all die Dateierweiterungen (.txt, .zip, .ps,...)?

Die Liste wäre endlos, würde man versuchen, die Frage vollständig zu beantworten, denn jeden Tag kommen neue hinzu. Deswegen sollen hier nur die wichtigsten Dateierweiterungen aufgelistet werden.
 
txt  ASCII-Text 
tar  Unix tar-Archiv 
ps  Adobe PostScript 
eps  Encapsulated PostScript 
tex  TeX-Datei 
Z  Unix compress 
gz  GNU gzip 
zip  PKZIP, zip Archiv 
arj  ARJ Archiv 
uue, uu  UUENCODE Datei 
html, htm  Text in HTML-Format 
gif Grafik Datei im CompuServe GIF Format
jpg Grafik Datei im JPEG Format

Oft sieht man Folgen von Satzzeichen. Was bedeuten die?

Um es vorneweg zu sagen: Das sind die Smilies. Also sowas wie ":-)" oder ";-)". Die Bedeutung ist verschieden, je nach Kombination der Zeichen. Manchmal sagt man auch Emotikons dazu.

Der Grund für diese Zeichen ist, daß man über ein schriftliches Medium kaum Gefühle übertragen kann. Das ist durchaus problematisch, denn der Sinn einer Ausführung kann nur erkannt werden, wenn die volle Bandbreite des Gesagten empfangen wird. Bei einem persönlichen Gespräch stellt der Wortanteil nur ca. 20% der übertragenen Nachricht dar. Die restliche Prozente werden durch Tonfall, Sprachmelodie, Gestik und Mimik übertragen. Glauben Sie nicht? Ok!

"Du Idiot!"

Ich hoffe, Ihr Adrenalinspiegel ist kurzfristig angestiegen. Stellen Sie sich nun zwei Situationen vor:
 

  1. Ich sage Ihnen das mit lieb grinsendem Gesicht und in freundschaftlichem Tone.
  2. Ich sage das mit wutverzerrtem Gesicht und den Körper in Angriffshaltung.
Sehen Sie?

Bei einem persönlichen Gespräch interpretieren Sie das Gesagte mit Hilfe der Ihnen sichtbaren Gesamtstimmung des Sprechenden. Wenn Sie einen Text lesen, können Sie das nicht. Dann benutzen Sie Ihre eigene Stimmung dazu. Und damit sind Mißverständnisse vorprogrammiert.

Um das so weit wie möglich zu vermeiden, wurden diese Emotikons erfunden. Sie stammen von dem minimalistischen gelben grinsenden Gesicht ab, das man überall findet. Es wurde aber aus technischen Gründen nach rechts gekippt.

Einige Beispiele:
 

:-) 
Humorvoll, gut gelaunt
;-) 
Zwinkernd, humorvoll verschwörerisch
:) 
Grinsend
:-( 
Mißmutig, ärgerlich, wütend
:-P 
Zunge herausstreckend, "Bäh!"
Unter diesem Aspekt soll die oben stehende Anrede nochmal wiederholt werden:

"Du Idiot! :-)"

Alles klar? ;-)

Was bedeuten die vielen Abkürzungen?

Wo sich das Kommunizieren mühsam gestaltet, versucht man möglichst Arbeit einzusparen, ohne viel an Information zu verlieren. Das war der Grund, warum mit Einführung der Morsetelegraphie auch spezielle Abkürzungen eingeführt wurden. Statt lange Sätze tasten zu müssen, reichten bestimmte Buchstabenkombinationen aus, um ganze Sachverhalte mitzuteilen. Erinnern Sie sich noch, wie seinerzeit die Wettervorhersage der Tagesschau beendet wurde? Die damals zu hörenden Morsezeichen waren "qam" und bedeuten "Ich gebe jetzt die Wettermeldung.". Oder zum Beispiel "vy 73"; das bedeutet "viele Grüße".

Schreiben ist, wenn man es täglich und in großen Mengen tun muß, ebenso mühsam wie morsen. Deswegen bedient man sich im Netz ebenfalls dieser und anderer Abkürzungen. Hier ein paar Beispiele:

Abkürzung       Bedeutung, Übersetzung


AAMOF           As A Matter Of Fact; Tatsache ist..

AFAIK           As Far As I Know; soweit ich weiss..

ASAP            As Soon As Possible; so schnell wie möglich 

BFN             Bye For Now; erstmal Tschüß, Servus, Adé!

BTW             Bye The Way; übrigens... (BTW die häufigste Abkürzung)

CU              See You!; Bis bald!

CU2             See You, too!; [Antwort auf CU]

CUL8R           See You Later!; Bis später!

ETA             Estimated Time of Arrival; Erwartete Ankunftszeit. 

FYI             For Your Information; Zu deiner Information. 

HSIK            How Should I Know?; Woher soll ich das wissen? 

IAC             In Any Case; jedenfalls...

IMCO            In my considered opinion; Meiner wohlüberlegten Meinung nach...

IMHO            In My Humble Opinion; Meiner unbedeutenden Meinung nach...
                (manchmal auch: In My Honest Opinion)

OTOH            On The Other Hand; Andererseits...

ROTFL           Rolling On the Floor Laughing;
                Auf dem Boden wälzend vor Lachen.

RTFM            Read The Fucking Manual; Lies das verdammte Handbuch! 
                (M kann auch für "meesage", Nachricht, stehen;
                F kann auch für "fine", schön, stehen)

SNAFU           Situation Normal, All fucked Up; Situation normal, alles
                beschissen

TIA             Thanks In Advance; Danke im Voraus!

TNX             Thanks! (= thank you)!; Danke!

Ich bin in irgendwas reingeraten. Wie komme ich wieder raus?

Manchmal sind Normen eher hinderlich. Bei Software dagegen hätte man überhaupt nichts dagegen, wenn es auch nur einen Anflug von Normung gäbe. Bitter wird es nämlich, wenn man in irgendeiner Anwendung gelandet ist und keine Ahnung hat, wie man wieder rauskommt. Ein sicheres Verfahren gibt es nicht, aber ein paar Hinweise sollen Sie hier erhalten. Mit den folgenden Auswahl an "Ende"-Befehlen sollten Sie in den meisten Fällen in der Lage sein, das Programm, in das Sie geraten sind, wieder loszuwerden.
bye disconnect <ESC> <Strg>-c close
ende end exit logoff logout leave
off out q quit x . <ALT>-q <ALT>-x
/quit :q! <Strg>-kq <Strg>-xc <ALT>-<F4>
Oftmals wird beim Start einer Anwendung irgendwo ein Hinweis gegeben, wie man beenden kann. Achten Sie also immer darauf, was auf dem Bildschirm steht. ;-)

Kann ich meinen Rechner über das Netz mit einem Virus infizieren?

Radio Eriwan sagt: Im Prinzip ja, aber eigentlich nicht. Selbstverständlich gibt es keine Garantie, daß Sie nur "saubere" Dateien aus dem Netz kopieren werden. Aber wenn Sie die normalen Grundregeln im Umgang mit Viren beachten, dann kann Ihnen genauso viel oder wenig im Netz passieren wie sonst auch. Und es sind auch schon Viren über CD-ROMs verbreitet worden...

Vor allem, wenn Sie eines der gängigen Betriebssysteme benutzen, dann bekommen Sie Programme schon als ausführbare Versionen, nicht als Quelltext. Hier sollten Sie selbstredend Ihre Virenerkennungssoftware schon aktiv haben und die Datei nach Erhalt überprüfen. Am besten ist natürlich, wenn Sie den Rechner, mit dem Sie im Netz herumtoben, nur dafür benutzen. Zur normalen Arbeit und für wichtige Daten sollten Sie einen zweiten Rechner betreiben. Beispielsweise reicht für den normalen Internetzugang ein älterer 386er schon aus. Ihren "guten" Rechner betreiben Sie vom Netz abgekoppelt. Können Sie das nicht, so müssen Sie wohl oder übel gut aufpassen, was Sie ausprobieren.

Unixviren gibt es praktisch keine, aber seit neuerer Zeit muß man höllisch auf Makroviren aufpassen; das sind Viren, die sich in Dokumenten bekannter Anwendersoftwarepakete herumtreiben. Im Gegensatz zu "normalen" Viren werden diese Viren schon aktiv, wenn Sie den Text oder die Tabelle nur zum Lesen geöffnet haben. Auch dafür gibt es schon Virenscanner. Kontaktieren Sie Ihren Fachhändler zu diesem Thema. Ihre persönlichen Daten sind wertvoll und unwiderbringlich und auch erheblicher Aufwand zum Schutz der Daten wird dadurch gerechtfertigt!

Kann man meinen Rechner knacken, wenn er am Netz ist?

Im Prinzip ja. Und es wird auch getan. Wenn Sie das nicht glauben, lassen Sie doch einfach die Experten zu Wort kommen, zum Beispiel den US-amerkanischen Geheimdienst National Security Agency. Es gibt keine 100%ige Sicherheit, wenn man am Netz teilnimmt. Aber das ist nicht das Argument. Wer einen Laden betreibt, der muß damit rechnen, bestohlen zu werden. Trotzdem wird keiner seinen Laden schließen. Man wird Maßnahmen ergreifen, damit das Beklauen so schwierig wird, daß es in der Regel niemand macht. Genauso macht man es im Netz.

Aber zuerst die beruhigende Mitteilung: Wenn Sie an einem Online-Dienst teilnehmen, dann sind Sie auf der (relativ) sicheren Seite. Mit Online-Diensten können Sie zwar die Internetdienste nutzen, aber Sie haben keinen echten Internetzugang (sonst wären Sie aus dem Netz direkt erreichbar). In der Regel können Sie so nur von großen Angreifern ausgespäht werden, nicht von den kleinen Spielkindern. Es gibt freilich auch hier keine vollständige Sicherheit, aber man kann eigentlich ziemlich ruhig schlafen...

Anders sieht es aus, wenn Sie einen echten Internetzugang über einen Internetprovider haben. Dann gehört ziemlich viel Know-How dazu, den Rechner gegenüber dem Netz abzuschotten. Der Rahmen dieses Büchleins würde mehr als gesprengt, wenn man dieses Thema ausführen würde. Ihr Provider wird Ihnen aber gerne weiterhelfen und auch die Literatur ist sehr reichhaltig zu diesem Thema [4].

Führen Sie einen Realtitätsabgleich durch und überlegen Sie sich, was Sie machen würden, um Konkurrenten auszuspähen. Dann können Sie auch nachvollziehen, was unter dem Projektnamen "Echelon" zur Zeit (um das Jahr 2000 herum) publik wurde. Lesen Sie dazu Telepolis und andere Informationen dazu.

Beachten Sie aber trotz aller Maßnahmen die Grundregel für Netzbenutzung:

Bewahren Sie keine sensible Information auf dem Rechner auf, mit dem der Zugang zum Netz stattfindet! Das gilt auch für Platten, die von diesem Rechner über ein lokales Netz gelesen werden können! Krankenhäuser haben ihre Patientendaten nicht auf einem Netzrechner, Firmen ihre Firmendaten nicht auf einem Netzrechner, Hilfsorganisationen ihre gesamten Daten nicht auf einem Netzrechner. Klar?

Und wenn Sie einen solchen Rechner über ein lokales Netz mit dem Netzrechner verbinden müssen, dann installieren Sie einen "Firewall"-Rechner. Auch hier wird Ihr Provider beratend und helfend zur Seite stehen.

Einige Regeln zur Datensicherheit:

Was ist eine IP-Adresse?

Das ist - einfach ausgedrückt - so etwas ähnliches wie eine Telefonnummer, aber eben für Computer, die im Internet miteinander verschaltet sind.

IP-Nummern bestehen (noch) aus 4 Zahlen, die durch Punkte getrennt hintereinander geschrieben werden. Zum Beispiel:
 

192.168.23.5
Das - und nichts anderes - ist eine Internetadresse.

IP-Adressen werden vom Provider zugeordnet, wenn Sie einen richtigen Internetzugang gekauft haben. Surfzugänge beinhalten so eine Adresse in der Regel nicht explizit oder nicht statisch.

Weitere technische Details können Sie zum Beispiel in [1] nachlesen.
 


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