"Mit dem Denken ist es wie mit dem Autofahren: Jeder glaubt, er beherrscht
es."
(Computerpionier Konrad Zuse an seinem 80. Geburtstag)
Es gibt zwei Gelegenheiten, zu denen man sich dieses Buches bedienen sollte:
Seit ungefähr zwei Jahren (Stand: 1996) wissen nicht mehr nur Eingeweihte, wie man eine Nachricht in Minutenschnelle nach Übersee verschickt, zu geringeren Kosten als ein Inlandsbrief, oder buntere Bilder als das Fernsehen sie liefern könnte, auf den heimischen PC-Bildschirm bekommt. Berufene und Unberufene (aber vor allem letztere) benutzen das Wort "Internet" in jedem zweiten Satze und verstärken noch die Verwirrung, die einen gewöhnlichen Sterblichen befällt, wenn er das erste Mal von diesem Netz aller Netze hört.
Ihr Problem (das haben Sie, wenn Sie es für notwendig halten, in dieses Buch zu schauen) mit diesem Internet ist ungefähr mit der Situation eines noch sehr unsicheren, aber sehr interessierten Fahranfängers zu vergleichen, der sich zu seiner ersten Alleinfahrt mit einem Kleinwagen plötzlich neben Michael Schumacher am Start zu einem Formel-1 Weltmeisterschaftsrennen befindet. Aber es gibt zwei Dinge, die ich Ihnen versichern kann:
1. Die anderen machen auch nichts anderes als Sie.
2. Die allermeisten anderen waren vor kurzem in derselben Situation wie Sie.
Bewahren Sie also einen kühlen Kopf, kramen Sie ein wenig Geduld hervor, und machen Sie sich unbefangen wie ein Kind daran, ein neues Land zu entdecken. Schritt für Schritt, das ist wichtig. Am Ende werden Sie bemerken, daß eigentlich nichts wesentlich Neues zu finden war, nur eine weitere Methode, miteinander Nachrichten auszutauschen, die eigentlich sowieso selten jemanden interessieren. Allerdings viel schneller als früher.
Das ist übrigens auch die letzte Gelegenheit, bei der ich die Metapher von der "Datenautobahn" benutzen werde. Und Ihnen sei das auch empfohlen. Denn es ist die dümmste Übersetzung, die man je in irgendeinem Fachjargon gefunden hat. Wo, bitte schön, fahren in den Leitungen Autos?
Außerdem führt solch eine unpassende Übersetzung zu folgenschweren Fehlschlüssen. Spinnt man das Bild weiter, so ergeben sich wie zwangsläufig und scheinbar einsichtig weitere Begriffe wie "Straßenverkehrsordnung", "Autobahnpolizei", "Geschwindigkeitskontrollen", etc. Sie werden im Verlaufe Ihrer Netzkarriere schnell merken, wie falsch diese Ansätze sind. Reden Sie also von "Infobahn", "Datennetz" oder einfach "Internet", wenn Sie vom Thema reden. Diese Begriffe sind zwar auch teilweise noch holperig, aber auf jeden Fall besser als das unselige "Datenautobahn".
Der Text wird nun laufend aktualisiert werden, ab und zu wird es also neue Varianten geben.
Viel Erfolg und Vergnügen beim Lesen dieses Buches und bei der Arbeit.
Im Text finden Sie viele Verweise auf externe Seiten. Lesen Sie diesen Text direkt über das Netz oder lokal auf einem Rechner, der Netzzugang besitzt, so können Sie den Verweisen direkt folgen und weitere Informationen oder nähere Erläuterungen zu Begriffen im Text nachlesen. Damit wird das World Wide Web so genutzt, wie es gedacht war, nämlich Wissen vieler verschiedener Menschen vernetzt darzustellen und zugreifbar zu machen.
| Hacker | Mensch, der wissen will, wie Technik funktioniert. Hier geht es nicht
darum, anderen zu schaden, eher im Gegenteil. Es wird versucht, verdeckte
Schwächen der Systeme offenzulegen, damit die Technik sicher und einfach
benutzbar wird. Hacker machen sich viele Gedanken darüber, welche
Folgen Technik haben könnte.
Hacker sind nicht nur harmlos, sondern eine wichtige Einrichtung im Netz, die verhindert, daß Firmen oder Eindringlinge mittels schlecht durchdachter Software Schäden bei ihren Kunden anrichten können. Die Abwehr von Hackern ist extrem schwierig - und soll es auch sein. |
| Cracker | Bezahlte Spione oder Saboteure, die ihre Angriffe über Datenstrecken
führen. Diese Gruppe hat kein Interesse an Öffentlichkeit, sie
versucht, um jeden Preis unauffällig zu bleiben. Dabei ist es durchaus
recht, daß Crackerangriffe Hackern in die Schuhe geschoben werden.
Cracker sind sehr gefährlich und verursachen in der Industrie der
Nationen und im militärischen Bereich jährlichen Schaden in Milliardenhöhe
(nehmen Sie US$ oder Die Abwehr von Crackern ist ebenfalls extrem schwierig, vor allem weil sie Teil eines größeren Angriffs sind, der eventuell auch physisches Eindringen (Einbruch, Diebstahl, etc.) bedeuten kann. |
| Skript Kiddies | Die Flöhe des Netzes. Sie haben keine Ahnung, was sie tun, sie
haben keine Ahnung von den Folgen ihres Tuns und sie haben auch keinerlei
Ahnung, welche Folgen das für sie haben kann. Skript Kiddies benutzen
Analysewerkzeuge, die für Systemverwalter geschrieben wurden oder
Programme, die Sicherheitslücken in verbreiteter Software demonstrieren.
Solche Programme haben bereits einfachste Benutzungsoberflächen (mausbedienbar)
und erfordern den IQ einer Pfandflasche.
Skript Kiddies sind einfach nur lästig. Sie sind wie Kinder, die herumzündeln und versehentlich dabei eine ganze Siedlung niederbrennen. Sie sind eigentlich harmlos, aber ihr Tun kann heftigen Schaden verursachen. Skript Kiddies sind einfach abzuwehren. Jeder halbwegs kompetente Netzverwalter kann wirksame Gegenmaßnahmen ergreifen. |
Dieser Text unterliegt der GPL (Gnu
General Public License) des GNU Projektes.
Nutzung mit GPL nur über das World Wide Web. Copyright (C)
2000 by Claus Schoenleber <claus@schoenleber.org>. Wenn Ihnen GPL kein
Begriff ist, lesen Sie die Bedingungen erst sorgfältig durch. Jeder
Kopie, auch jeder veränderten, muß der GPL-Text beiliegen, ebenso
wie der Hinweis auf den/die Autoren.
Lizenztext:
This text is free software; you can redistribute it and/or
modify it under the terms of the GNU General Public License as published
by the Free Software Foundation; either version 2 of the License, or (at
your option) any later version.
This text is distributed in the hope that it will be useful, but
WITHOUT ANY WARRANTY; without even the implied warranty of MERCHANTABILITY
or FITNESS FOR A PARTICULAR PURPOSE. See the GNU General Public License
for more details.
You should have received a copy of the GNU General
Public License along with this text; if not, look up
http://www.gnu.org/copyleft/gpl.html
or write to the Free Software Foundation, Inc., 59 Temple Place
- Suite 330, Boston, MA 02111-1307, USA.
