Das Kommunikationsmedium überhaupt. Sie werden automatisch darüber stolpern. Wenn jemand davon redet, daß "das Internet so herrlich anarchistisch" sei, dann hat er das irgendwo aufgeschnappt und macht in romantisierendem Wunschdenken zwei Fehler:
Wenn Sie also einen Artikel in einer newsgroup veröffentlichen, dann haben Sie ihn "gepostet". Der Artikel wird dann auch "posting" genannt.
Innerhalb eines echten Internetzugangs haben Sie die Möglichkeit, Internetverbindungen auch für den Newstransport zu nutzen. Ihr Newsprogramm (beispielsweise Netscape) nimmt dabei Verbindung mit einem sogenannten NNTP-Newsserver auf. Der muß natürlich vorher definiert werden und liegt in der Regel bei Ihrem Provider. Aber Sie können auch einen oder mehrere beliebige andere Newsserver irgendwo auf der Welt nutzen. Ihr Newsprogramm bekommt dann von dem NNTP-Newsserver eine Liste von newsgroups, von denen Sie einige bestellen (subscribe). Danach erhalten Sie Listen von verfügbaren newsgroups von dem Server. Wenn Sie einen Artikel lesen möchten, wird er nun erst auf Ihren Rechner kopiert und Sie können ihn lesen. Der Nachteil ist, daß Sie während des Lesens eine Verbindung aufrecht erhalten müssen. Deswegen ist es vor allem für private Anwendungen empfehlenswert, statt NNTP lieber UUCP zu benutzen.

Abbildung 3-4: News kann per NNTP geholt werden. Das wird über eine Netzverbindung zu einem NNTP-Newsserver gemacht. Der kann an einem beliebigen Ort auf der Welt stehen. Zunächst holt das Programm eine Liste mit newsgroups, von denen man sich einige aussucht (subscribe). Danach erhält man eine Liste der Artikel in einer ausgewählten newsgroup. Erst wenn man einen Artikel lesen will, wird er vom Server auf den eigenen Rechner kopiert. Man spart durch diese Methode sehr viel Plattenplatz, jedoch benötigt man die ganze Zeit während des Lesens eine stehene Verbindung. Deswegen ist dieses Protokoll nur für Standleitungsbenutzer zu empfehlen. Nutzer einer Wählleitung, die im Zeittakt abgerechnet wird, sollten auf UUCP ausweichen.
Niemals Binärdateien in newsgroups, die zur Diskussion dienen, veröffentlichen!
Im Zweifelsfalle können Sie in der newsgroup nachfragen, ob genügend Interesse besteht. Eine bessere und bewährte Methode ist, die Datei auf einem ftp-Server abzulegen und einen Hinweis darauf in der newsgroup veröffentlichen. Dann kann jeder Interessierte sie selbst dort abholen.
Das Subject hat je nach Absicht verschiedene inhaltliche Schwerpunkte:
Ändern Sie in so einem Falle das Subject, wenn Sie wieder antworten. Es gibt zwar keine allgemein gültige Form dafür, aber es hat sich bewährt, daß man zunächst das neue Thema hinschreibt und dahinter in Klammern das alte Thema.
Es ist recht einfach, eine Änderung durchzuführen. War beispielsweise das Originalthema "Offiziersränge der Enterprise Crew" und jemand fängt eine Nebendiskussion über eine spezielle Figur, sagen wir Data, an, dann könnte ein ordentlicher Subject-Wechsel so aussehen:
Subject: Data's Rang und Funktion (war: Offiziersränge der Enterprise Crew)In einer internationalen Diskussion kann das deutsche "war" durch das englische "was" ersetzt werden.
Es wird leider zu wenig darauf geachtet; das Resultat ist, daß Sie ein Sie interessierendes Subject finden, und wenn Sie es dann lesen, enttäuscht sind, weil es um etwas ganz anderes geht. Die Teilnehmer der Diskussion haben eben versäumt, das Subject rechtzeitig zu wechseln.
Damit ist die Erkärung der eigentlichen Frage einfach: In der Zeit zwischen dem Lesen des Artikels und dem Wunsch, auf ihn zu antworten, ist der Artikel von dem lokalen System automatisch gelöscht worden. Man nennt das auch expire.
Um ihn dennoch zu finden, können Sie eines der Archive konsultieren, beispielsweise Dejanews (http://www.deja.com).
Sollte der Artikel dann immer noch nicht auftauchen, schauen Sie in Ihr e-mail Postfach. Eventuell liegt der Artikel dort mit einer Fehlermeldung des Newssystems. Falls Sie damit nichts anfangen können, senden Sie die komplette Fehlermeldung an den Service Ihres Providers. Der kann Ihnen dann weiterhelfen. Oftmals liegt es aber nur daran, daß Sie den Namen der gewünschten newsgroup nicht richtig geschrieben haben.
Hier ein Beispiel des mißlungenen Versuchs, in die nicht existierende newsgroup "de.talk.stammtisch" eine Nachricht zu setzen:
From freitag@elrond.deceiver.org Mon Oct 14 20:11:29 1996 Return-Path: freitag Received: (from freitag@localhost) by elrond.deceiver.org (8.6.12/8.6.12) id UAA03077; Mon, 14 Oct 1996 20:11:27 +0100 Date: Mon, 14 Oct 1996 20:11:27 +0100 From: Claus Schoenleber <freitag@elrond.deceiver.org> Message-Id: <199610141911.UAA03077@elrond.deceiver.org> To: freitag@elrond.deceiver.org Subject: follow failed Status: RO /var/lib/news/bin/inject/injnews: de.talk.stammtisch: no groups in active file /var/lib/news/bin/inject/injnews: article in /home/freitag/dead.article /usr/bin/inews failed Your response has been saved in ~/dead.letter Your article/letter follows: Newsgroups: de.talk.stammtisch Subject: Re: Donnerschlag! References: <6IlxPCgidvB@holzkiste.toppoint.de> Blabla...Abbildung 3-5: Hier sehen Sie das Beispiel für einen mißlungenen Newsartikel. Es wurde versucht, in eine nichtexistierende newsgroup zu schreiben. Das System hat den Artikel zurückgewiesen und eine Fehlermeldung an den Autoren geschickt.
Ein weiterer Grund, daß eine Antwort auf einen Artikel nicht auftaucht, kann sein, daß der Autor des Artikels, auf den Sie antworten wollten, dafür gesorgt hat, daß die Antwort nur ihn alleine erreicht. Jeder kann das tun. Sie tragen einfach im Verwaltungskopf des Artikels folgende Zeile ein:
Followup-To: posterDie Zeile "Followup-To:" bedeutet, daß eine Antwort auf Ihren Artikel in der dahinter stehenden newsgroup erscheinen wird. Man kann dadurch Nebendiskussionen in eine andere newsgroup verlagern.
Zum Beispiel sorgt
Followup-To: de.talk.newusersdafür, daß alle Antworten in der angebenen newsgroup landen. Schreibt man statt des Namens einer newsgroup das Wort "poster" dorthin, so bedeutet das, daß die Antwort nicht als Newsartikel, sondern als e-mail an den Autoren geschickt wird.
Das einzige Problem, das auftauchen könnte, begegnet Ihnen bei einigen Onlinezugängen. Denn der abgespeicherte Newsartikel liegt dann nicht auf Ihrer Platte, sondern auf der des Onlineanbieters. Möchten Sie die abgespeicherten Artikel auch auf Ihrer lokalen Platte haben, müssen Sie diese gesondert mit einerm Dateiübertragungsprotokoll auf Ihren Rechner kopieren. In der Anleitung des von Ihnen benutzten Programms steht, wie das geht. Meistens über "Datei-Speichern".
comp Informatik, Hardware, Software, verwandte Themen. misc Alle Themen, die nicht in die übrigen Hierarchien passen. news alles um die net news, Anleitungen und Informationen für Neulinge: news.newusers, news.announce.newusers. Diese beiden newsgroups stellen die Pflichtlektüre für neue Benutzer dar! rec Hobbies, Freizeitbeschäftigungen und Kunst. sci Forschung und Technik (außer Computer), alle Wissenschaften. soc Sozialen Themen, von Soziologie über Kultur bis Politik. talk Der Stammtisch; von Freizeit bis zu Religiösem und Weltanschaulichem alt alles aus einer etwas anderen Sichtweise Der Schmelztiegel der "anderen Denkweise". Manchmal sinnlos scheinend bionet Biologie. biz Kommerzielle Fragen und Themen. Alleine hier ist auch Werbung erlaubt de Deutschsprachige Ausgabe des Usenet. Internationale Diskussionen in deutscher Sprache. gnu Über die Free Software Foundation und das Projekt "GNU". Software unter dem GNU-Label ist kostenlos, frei verfügbar und sehr leistungsfähig. Aber es sind Bedingungen daran geknüpft (GNU-Licence). vmsnet Hierarchie über Digital Research's VAX/VMS-Welt.Um beispielsweise einige in der Überschrift erwähnten newsgroups zu finden, wird man vom allgemeineren Begriff zum spezielleren gehen und auf folgende newsgroups treffen:
rec Freizeitarts Künste (im weitesten Sinne)
startrek Fernsehserie "Startrek"ergibt: rec.arts.startrek
sci Wissenschaft
math Mathematikergibt: sci.math
Sie werden sehr schnell das System begreifen und danach auch recht schnell feststellen, ob eine newsgroup nach Ihrem Geschmack dabei ist.
Sie dienen zweierlei Motiven:

Abbildung 3-6: FAQs werden regelmäßig in einer eigenen newsgroup veröffentlicht. Hier findet man kompakte Einführungen in alle nur denkbaren Gebiete.
Die traditionellen FAQs werden nach wissenschaftler Tradition (denn das Internet hat seinen Ursprung in wissenschaftlichen Experimenten) sorgfältig und klar gegliedert geschrieben. Das tun irgendwelche Leute, die meinen, daß so etwas geschrieben werden müßte. In der Regel freiwillig und ohne Bezahlung; es gibt zwar auch kommerzielle FAQs, aber die erkennt man normalerweise. Nachdem sie in einer newsgroup veröffentlicht wurden, reagieren viele Teilnehmer, indem sie dem Autoren Korrekturen, Ergänzungen oder Verbesserungsvorschläge schicken. Dies alles wird eingearbeitet, und nach einiger Zeit sind die FAQs umfangreich, kompakt und kompetent. Und das beste von allem: Selbst nach Abrechnung aller Netzkosten billiger als ein Einführungsbuch. Zwar werden Fachbücher durch FAQs nicht ersetzt, aber FAQs sind eine wunderbare Ergänzung, manchmal sogar einzige zuverlässige Quelle.
FAQs gibt es in allen Bereichen; es gibt sie über Bier, Diabetes, Katzen- und Hundehaltung, über alle möglichen Programme und Systeme, über das Netz selbst natürlich, über andere Länder, Bücher, Kulturen, über Sport, Hobbies, Fernsehserien und vieles mehr. FAQs werden ständig aktualisiert und es gibt für sie auch eine eigene newsgroup: news.answers oder de.answers.
Schließlich kann der Artikel noch in andere Netze gelangen; in denen gibt es aber nicht auch mit Sicherheit solch einen Mechanismus. Cancel-Meldungen bleiben also in den Gateways, den Übergängen in die anderen Netze, einfach stecken.

Abbildung 3-7: Mit einer Cancel-Nachricht kann man seine eigenen Artikel löschen. Da das aber auf jedem Rechner in der Welt gemacht werden muß, auf dem der Artikel zu finden ist (was praktisch nicht nachprüfbar ist), sind Cancel-Meldungen eher ein hoffnungsloser Versuch, eigene Veröffentlichungen ungeschehen zu machen. Besser ist, man denkt vorher zweimal über die Veröffentlichung eines Artikels nach.
Es ist also besser, über seinen Artikel nachzudenken, bevor man
ihn abschickt. Wenn er einmal unterwegs ist, gibt es in der Praxis eigentlich
kaum eine Möglichkeit, ihn zu stoppen. Jeder kann ihn dann lesen.
Unbedachte und vorschnelle Veröffentlichung hat schon manchesmal einen
monatelangen, erbitterten Streit vom Zaune gebrochen, der eigentlich überflüssig
war.