
telnet ist eines der ältesten Netzprotokolle. Es erlaubt einen Terminalzugriff auf einen beliebigen Rechner im Internet, so als säßen Sie direkt davor. Im Grunde die einfachste Methode, mit einem entfernten Rechner Kontakt aufzunehmen. So ähnlich wie "online", nur eben über Internetverbindungen.
Allerdings überträgt telnet alle Daten, auch das Paßwort, im Klartext. Zu gefährlich! Deswegen sollte telnet auch im lokalen Netz nicht mehr verwendet werden! Als Ersatz nimmt man heute ssh.Unter Unix-Systemen ist das Programm oft schon vorhanden, unter Windows kann man TeraTerm mit dem TTSSH-Zusatz verwenden. ssh verwendet verschlüsselte Datenübertragung. Somit wird nicht nur das Paßwort, sondern auch der gesamte Datenverkehr vor neugierigen Augen geschützt.
In Ihrem eigenen Interesse sollten Sie von nun an nie mehr das Programm telnet verwenden, weder im lokalen Netz noch in Weitverkehrsnetzen. Die Gefahr, daß Sie dabei ausgespäht werden, ist zu groß!

Abbildung 3-10: Der Versuch, mit einem bestimmten Rechner über das Internet Verbindung aufzunehmen, scheiterte. Der Grund in diesem Beispiel: Der Rechner existiert nicht. Man muß jetzt überprüfen, ob man sich vertippt hat oder ob der Rechner tatsächlich nicht existiert.
Es ist auch möglich, daß die Leitungen zu langsam sind (time out). Zwar würde das Zielsystem antworten, aber dessen Antwort braucht zu lange, um auf Ihren Rechner zu gelangen. Es kann auch sein, daß die Leitungen, mit denen Ihr Provider nach außen geht, nicht funktionieren oder für kurze Zeit abgeschaltet sind; vielleicht, weil Wartungsarbeiten notwendig sind. Im Zweifelsfalle wird Ihnen der Service Ihres Providers weiterhelfen können.
Der Standardfall ist eine Verbindung mit einem Unixrechner, der Ihnen eine sogenannte Shell (Kommandozeilenoberfläche des Betriebssystems) anbietet. Aus einer Unix-Shell können Sie mit "exit" wieder herauskommen. Die Verbindung zu dem entfernten Rechner wird damit automatisch beendet.
Wenn Sie eine Fensterversion von ssh benutzen, dann wir Ihnen "Disconnect" angeboten. Das bewirkt ebenso eine Beendigung der Verbindung.

Abbildung 3-11: TeraTerm SSH für Win95/98, mit Zugriff auf einen Unixrechner.
Beispiel:
freitag@elrond:/home/freitag>_Diesem (Unix)-Prompt kann man entnehmen, dass ein Benutzer freitag an einem Rechner elrond im Verzeichnis /home/freitag arbeitet. Man hat nicht immer so eine luxuriöse Angabe, aber man kann es zumindest immer schnell herausbekommen, auf welchem Rechner man gerade tätig ist.
In den Fensterversionen - vor allem unter MS-Windows - sieht man an der Aufforderung "Disconnect", daß man noch verbunden ist; eventuell steht in einem der Menüs auch noch, mit welchem Rechner. "Connect" dagegen weist darauf hin, daß zur Zeit keine Verbindung aktiv ist.
Hinweis: Kontrollieren Sie ab und zu den Verbindungsstatus Ihres Systems. Eine ungenutzte, aber offene Verbindung kostet viel Geld bei zeitgetakteten Leitungen (Telefon). Manchem hat das schon eine horrende Telefonrechnung eingebracht, ohne der Möglichkeit des Einspruchs. Vor allem bei ISDN-Anschlüssen kann man nicht mehr ohne weiteres erkennen, daß man noch verbunden ist.

Falls auf Ihrem Bildschirm absonderliche Sachen passieren, dann kann
es daran liegen, daß der Terminaltyp, den Sie bei sich eingestellt
haben, nicht mit dem übereinstimmt, der auf dem entfernten Rechner
für Sie eingestellt ist.

