

Abbildung 4-1: Da im Internet die verschiedensten Rechnertypen anzutreffen sind, gestaltet sich das Schreiben von nationalen Sonderzeichen schwierig. Man sollte deswegen auf Umlaute verzichten oder entsprechende Normen verwenden, z.B. MIME.
Bevor Sie aber Haare raufend das Buch und die Idee, am Netz teilzunehmen, in die Ecke werfen, seien Sie beruhigt. Es gibt auch dafür Lösungen. Die eine Lösung ist extrem simpel und nur etwas gewöhnungsbedürftig: Sie schreiben ab sofort alles ohne Umlaute und "ß". Denn wie Sie ja sicherlich wissen, entstanden diese Strichpaare über den Vokalen ja aus einem darübergeschriebenen kleinen altdeutschen "e". Also, es sollte eigentlich egal sein, wo Sie dieses "e" hinschreiben, darüber oder daneben. Und wenn Sie Sich einmal daran gewoehnt haben, dann ist es aeusserst einfach, so zu schreiben oder zu lesen, nicht? Außerdem ist dieses Verfahren ja nur eine konsequente Weiterführung der neueren Rechtschreibreform...
Die andere Lösung ist eine neue Norm. Moderne Netzsoftware beherrscht diese Norm und erlaubt, in beliebigen Zeichensätzen zu schreiben. Schlagen Sie in der Bedienungsanleitung Ihrer Netzsoftware nach und lesen Sie die Abschnitte, die dort über ISO-Zeichensätze und MIME stehen.
Zwar könnte man prinzipiell Dateien einfach so als e-mail versenden, aber die zur Zeit nutzbaren Normen im Internet (RFCs) bestimmen, daß per e-mail nur druckbare Zeichen verschickt werden dürfen. Man hat also, wenn man andere als Textdateien verschicken will, diese vorzubereiten. Üblicherweise werden die Dateien zunächst mit einem der üblichen Kompressionsprogramme, sogenannte "archiver", auf eine erträgliche Größe komprimiert; das schon deswegen, weil damit in der Regel wesentlich weniger zu übertragendes Volumen anfällt und dadurch der Versand wesentlich preiswerter wird. Danach wird die komprimierte Datei mit einem speziellen Verfahren so behandelt, daß die nur noch aus druckbaren Zeichen besteht. Dabei bläht sie sich wieder etwas auf (ca. 30%).
Im Folgenden zeigen wir Ihnen einige typische Verfahren, die Sie todsicher im Netz antreffen werden.
Abbildung 4-2: Um 8 Bit in 6 Bit zu pressen, damit man nur noch druckbare Zeichen erhält, muß man aus drei Byte vier machen. Der Umfang der so bearbeiteten Datei erhöht sich dadurch um ca. 30%. Diesen Zunahme kann man oft dadurch mehr als kompensieren, indem man die Datei vorher komprimiert.
begin 644 uutext.txt
M3&EE8F4@3&5S97(@9&EE<V5S($)U8VAE<RP@<V5I96X@4VEE(&AE<GIL:6-H
M(&=E9W*!X70N#0I796YN(%-I92!697)B97-S97)U;F=S=F]R<V-H;(1G92P@
M2W)I=&EK(&]D97(@96EN9F%C:`T*;G5R($=R@>%E(&QO<W=E<F1E;B!W;VQL
M96XL(&1A;FX@<V-H:6-K96X@4VEE(&1I90T*8FET=&4@86X@9&5N(%9E<FQA
M9SH-"@T*1G)A;GII<^\M5F5R;&%G#0I!8G0N($)U8V@-"DAE<G(@1G)I961R
M:6-H#0I$;W)N86-H97)S='(N(#,-"C@U-C(R($9E;&1K:7)C:&5N#0H-"E9I
M96P@4W!AX2!B96EM(%=E:71E<FQE<V5N(0T*#0H@("`@("`@("`@("`@("`@
;("`@("`@("!#;&%U<R!38VB4;FQE8F5R+@T*
`
end
Abbildung 4-3: So sieht eine Datei aus, die mit UUENCODE behandelt wurde. In dieser Form kann sie per e-mail verschickt oder als Newsartikel veröffentlicht werden.
Das Verfahren stammt aus dem Bereich Unix, existiert aber auch in Implementierungen für alle bekannten Betriebssysteme.
Anhand der Kopfzeile
begin 644 uutext.txtkönnen Sie erkennen, daß eine Datei mit UUENCODE behandelt wurde.
Normalerweise kommt es stark darauf an, welche Version auf welchem Betriebssystem Sie verwenden, deswegen können Ihnen hier nur einige typische Beispiele gegeben werden. Zumindest soll Ihnen aber die Anwendung unter MS-DOS und unter Unix gezeigt werden.
Vorbereitung zum Versenden:
Unix: uuencode datei.txt datei.txt > datei.uue
MS-DOS: uuencode datei.txtIn der Unixversion werden so viele Dateinamen benötigt, weil man dadurch sehr flexibel gestalten kann, was später herauskommen soll. Der erste Name ist der Name der zu behandelnden Datei. Der zweite Name ist der Name, unter dem die Datei später beim Auspacken angelegt werden soll. Dieser Name steht auch in der Kopfzeile der behandelten Datei. Und der dritte Name ist der, unter dem das Ergebnis der Behandlung mit UUENCODE abgespeichert werden soll. Den Inhalt genau dieser Datei verschicken Sie im darauffolgenden Schritt.
Wenn Sie eine solche Datei empfangen haben, gehen Sie folgendermaßen vor:
Das Interessante ist jedoch, daß ein e-mail-Programm, daß diesen Standard beherrscht, die Konvertierung praktisch von alleine vornimmt. Sie müssen also nichts mehr tun, um an die eigentliche Datei heranzukommen. Schauen Sie sich doch einfach mal den Quelltext einer e-mail an, die einen Anhang enthält ("Ansicht"-"Quelltext").
Content-type: application/octet-stream; name:uutext.txt
Content-transfer-encoding: base64
TGllYmUgTGVzZXIgZGllc2VzIEJ1Y2hlcywgc2VpZW4gU2llIGhlcnpsaWNoIGdlZ3KB4XQuDQpX
ZW5uIFNpZSBWZXJiZXNzZXJ1bmdzdm9yc2NobIRnZSwgS3JpdGlrIG9kZXIgZWluZmFjaA0KbnVy
IEdygeFlIGxvc3dlcmRlbiB3b2xsZW4sIGRhbm4gc2NoaWNrZW4gU2llIGRpZQ0KYml0dGUgYW4g
ZGVuIFZlcmxhZzoNCg0KRnJhbnppc+8tVmVybGFnDQpBYnQuIEJ1Y2gNCkhlcnIgRnJpZWRyaWNo
DQpEb3JuYWNoZXJzdHIuIDMNCjg1NjIyIEZlbGRraXJjaGVuDQoNClZpZWwgU3Bh4SBiZWltIFdl
aXRlcmxlc2VuIQ0KDQogICAgICAgICAgICAgICAgICAgICAgICBDbGF1cyBTY2iUbmxlYmVyLg0K
Abbildung 4-4: Base64 funktioniert ähnlich wie UUENCODE, allerdings etwas effektiver. Diese Methode wird im MIME Standard verwendet.
Aber auch wenn Sie kein Programm haben, das automatisch eine lesbare Nachricht aus diesem Zeichensalat macht - es gibt auch hier Zusatzprogramme, die das Decodieren per Hand ermöglichen.
Mit tar kann man ein zusammenhängendes Archiv erstellen, das aus Text- und Binärdateien besteht. Dabei wird die ursprüngliche relative Verzeichnisstruktur beibehalten. Komprimiert wird nicht, jedenfalls nicht automatisch.
tar-Archive erkennen Sie grundsätzlich an der Endung ".tar" oder ".t".
In den allermeisten Fällen finden Sie aber komprimierte tar-Archive, das heißt, die Archive sind nach "tar" noch mit einem der üblichen Packer komprimiert worden. Üblich sind in diesem Zusammenhang "zip" und "gzip".
In der Regel entpacken Sie ein tar-Archiv mit folgender Zeile:
tar xfv datei.tar
Wenn Sie schon jemals mit einem der üblichen Kompressionsprogramme gearbeitet haben, werden Sie das Prinzip schon kennen: große Datei rein, kleine Datei raus. Das funktioniert nach einem eigentlich völlig simplen Prinzip, das wir Ihnen hier zwar technisch nicht genau, aber dafür verständlich demonstrieren:
Dsr Stz st kmprmrt.
Wir haben durch das Verfahren, alle Konsonanten zu verschlucken, 24 minus 15 gleich 9 Buchstaben eingespart. Das entspricht einer Kompression auf 62% der Größe des Originaltextes. Und trotzdem können Sie ihn, nach einer kurzen Phase des Nachdenkens, darauf kommen, was er bedeutet. Einige Schriftsprachen der Welt kommen deswegen ohne Vokale aus. Man nennt das, was man entfernen kann, ohne daß Information verloren geht, Redundanz. Redundanz ist allerdings nicht überflüssig. Sie dient zweierlei:
Sie sorgt für eine fehlertolerante Übermittlung. Bei der Übertragung von Nachrichten passieren immer Fehler, das läßt sich gar nicht vermeiden. Wenn bei unserem komprimierten Beispielsatz ein Zeichen fehlen würde oder gar durch ein falsches ersetzt, dann könnte man die Nachricht nicht mehr rekonstruieren:
Ds Sz st kmprmrt.
Anders, wenn man die redundante Information im Satz drinbehält:
Diese Saz ist komprimiert.
Aus diesem Grunde können Sie den Text dieses Buches, auch wenn er (hoffentlich keine) Druckfehler enthält, trotzdem erkennen, was geschrieben werden sollte.
2.
Information läßt sich aus Nachrichten leichter gewinnen, wenn die Nachrichten redundant sind. Auf deutsch: Doppelt hält besser.
Kompressionsprogramme entfernen nun jegliche Redundanz aus einer Datei. Dadurch wird sie selbstverständlich kleiner. Aber warum können die Dateien nun doch noch fehlerfrei übertragen werden, wo doch jetzt die Redundanz fehlt? Ganz einfach: Das übernimmt eine andere Schicht. Dort wird eine künstliche, aber wesentlich kleinere Redundanz hinzugefügt; gemeinhin nennt man das Ganze dann "Fehlerkorrektur" und kann z.B. in einem Modem eingestellt werden. In dem im Internet benutzten Protokoll, dem TCP/IP, ist das schon eingebaut und aktiv.
Die handelsüblichen Kompressionsprogramme - man nennt sie auch Packer oder archiver - sind ZIP und GZIP. Ersteres kennt man unter WIndows als WinZIP.
Fazit:
Wenn Sie eine oder mehrere Dateien per e-mail versenden wollen, dann gehen Sie in mehreren Schritten vor:
Wenn Ihnen jemand erzählt, e-mail sei ein "elektronischer Brief", dann hat dieser Jemand keine Ahnung. Zwar bedeutet e-mail "electronic mail", aber e-mails sind schon mal gar nicht elektronisch. Es handelt sich dabei um schriftliche Nachrichten, die in digitaler Form gespeichert und transportiert werden. Die Geräte, die das ermöglichen, funktionieren zwar praktisch alle "elektronisch", aber die Nachricht könnte auch über Glasfaserkabel übertragen werden; und die funktionieren eben nicht elektronisch, sondern mit Licht. Und eine e-mail hat auch nicht viel mit einem Brief gemein. Eher mit Postkarten, denn der Standardversion der e-mail fehlt ganz einfach - der Umschlag. E-mail ist nicht verschlossen, sie ist für jeden (wenigstens theoretisch) lesbar. Es gilt für sie nicht das Briefgeheimnis, sondern (hier in Deutschland) zur Zeit höchstens das Fernmeldegeheimnis. Nach diesem ist es aber eigentlich nur verboten, die Existenz dieser Nachrichten weiterzuerzählen oder Nutzen daraus zu ziehen. Die Schweiz hat allerdings vor kurzem entschieden, daß dort e-mails unter das Briefgeheimnis fallen.

Abbildung 4-5: e-mail aus zwei verschiedenen Netzen - Internet nach RFC 822 und CompuServe (hier eine alte Variante).
Möchte man seine e-mail in einen "Umschlag" stecken, muß man sie verschlüsseln. Dafür stehen nicht nur leistungsfähige Verschlüsselungsverfahren zur Verfügung, es gibt sogar eine reichhaltige Auswahl von Hard- und Software zu diesem Zwecke. Je nach dem, ob man nur einen durchschnittlichen oder gar professionellen Schutz haben möchte, kostet es von Null bis ganz viel Geld, seine e-mail zu verschließen. Das Thema Verschlüsselung ist jedoch mit ein paar Tücken behaftet, für die jedoch hier nicht der Platz ist. Ich empfehle Ihnen, bei Interesse in mein anderes Buch über das Thema einen Blick zu werfen, um sich dem Thema Verschlüsselung anzunähern. [3]
E-mail ist, wenn man es genau nimmt, eine Nachricht an einen oder mehrere definierte Empfänger. Zweck dieses Mechanismus ist, eine Nachricht schnell an sein vorbestimmtes Ziel zu bringen. Dabei läuft die e-mail zwar oft über mehr als einen Rechner, aber diese Rechner haben kein Interess an der Nachricht. Sobald sie ankommt, wird sie nach Möglichkeit sofort weitergereicht, die benutzte Kopie wird danach sofort gelöscht. Von einer e-mail an einen bestimmten Empfänger existiert also in der Regel nur stets ein Exemplar.
Die Benutzung von e-mail ist recht simpel. Mit Hilfe der installierten Mailsoftware formulieren Sie eine Nachricht, benennen den Empfänger und senden sie ab. Das war's schon. Den Rest erledigen die Zustellsoftware auf Ihrem und den angeschlossenen Rechnern, über die die e-mail läuft. Gibt es auf dem Zielrechner den Empfänger, so wird sie ihm in sein "Postfach" gelegt. Sobald sich der Empfänger in seinem System anmeldet, erhält er eine Meldung über eingegangene Post. Ist er bereits angemeldet während die e-mail eintrifft, so erhält er meistens ein optisches oder akustisches Signal über diesen Vorgang.
E-mail zu der Gruppe der zeitverzögerten Kommunikation, zu der auch Briefe oder Postkarten gehören. Allerdings nutzt es die Transportwege der zeitgleichen Kommunikation (z.B. Telefon). Damit erreicht e-mail die Vorteile beider Kommunikationsformen. Einerseits wird e-mail relativ schnell zugestellt, die Zeiten liegen zwischen einigen Sekunden und mehreren Minuten weltweit. Andrerseits vermeidet e-mail die Nachteile der zeitgleichen Kommunikation, nämlich daß der Gesprächspartner während des Kommunikationsaufbaus anwesend sein muß. Untersuchungen haben nämlich ergeben, daß ca. 80% aller Telefonate daran scheitern, daß der andere Teilnehmer entweder nicht erreichbar ist oder besetzt. Gegenüber Fax hat e-mail den Vorteil, daß eine e-mail ortsunabhängig zugestellt wird. Sie erreicht immer die richtige Person, unabhängig von deren Aufenthaltsort. Fax leistet das nicht oder nur sehr eingeschränkt. Nebenbei fallen bei e-mail auch die bei Fax üblichen direkten Fernverbindungen weg.
Manchmal hört man von einigen "Netz Surfern", man duze sich im Netz, das sei so und wer anderes machte, dem würde man es schnell beibringen. Falsch! Wie schon mehrfach erwähnt, müssen Sie stets scharf zwischen den verwendeten Diensten und Netzen unterscheiden. E-mail ist nicht Usenet oder World Wide Web. Wenn Sie per e-mail kommunizieren, dann benutzen Sie durchaus die Form, die Sie auch bei einer Papiernachricht wählen würden. Also bei offiziellen Schreiben an Geschäftspartner, Kunden, Vorgesetzte, etc. selbstverständlich in der Regel per "Sie" und einer sachlich-höflichen Form. Bei Freunden, Verwandten und Bekannten können Sie durchaus lockerer schreiben und in der Regel das "Du" verwenden. Das deutsche "Du/Sie"-Problem kennen die Amerikaner und Briten nicht. Insofern haben sie damit auch weniger Probleme.
Bedenken Sie aber, daß es sich hierbei um ein schriftliches Medium handelt. Schreiben Sie also nicht in der Form wie Sie sie in einer normalen Unterhaltung von Angesicht zu Angesicht reden würden. Diesen Fehler machen viele im "Internet", und das ist auch der Grund, warum dort so viele bitterboese Verbalschlachten ablaufen.
Mailinglisten sind praktisch, wenn man Arbeiten an einem Projekt koordinieren möchte; alle Teilnehmer des Projektes sind unter einer einzigen Adresse erreichbar. Alles, was zu dieser Adresse geschickt wird, bekommen alle anderen Teilnehmer zu sehen. Aber auch Interessengruppen können darüber Gedanken austauschen. Auf Mailinglisten vom Typ 1 kommen Sie nur, wenn Sie aktiv in einem bestimmten Bereich tätig werden. Wenn Sie also an der Verwaltung eines Vereins, einer Firma oder Organisation mitarbeiten oder Projektteilnehmer sind. Auf Mailinglisten vom Typ 2 kommen Sie ohne Probleme. Das geht hier sogar automatisch. Wir werden uns nur um Typ-2-Mailinglisten kümmern, denn Typ-1-Listen müssen nicht erklärt werden. Sie erhalten die dazugehörigen Informationen vom jeweiligen Betreiber der Liste rechtzeitig.
Typ-2-Listen teilen sich in mehrere Bereiche auf, von denen nur die wichtigsten erwähnt werden sollen:
90210 Contact: 90210-request@ferkel.ucsb.edu (Jim Lick) Purpose: Discussion of the Fox TV show "Beverly Hills, 90210." add-parents Contact: LISTSERV@n7kbt.rain.com Purpose: For providing support and information to parents of children with Attention Deficit/Hyperactivity Disorder. To subscribe, send mail to LISTSERV@n7kbt.rain.com with a message body of this form: subscribe add-parents <full name> aeronautics Contact: aeronautics-request@rascal.ics.utexas.edu Purpose: The "aeronautics" mailing list is a news-to-mail feed of the sci.aeronautics newsgroup, which has a charter of: A moderated discussion-group dealing with atmospheric flight, specifically: aerodynamics, flying qualities, simulation, structures, systems, propulsion, and design human factors. Subscribers can participate in real-time with the main group. aids Contact: aids-request@cs.ucla.edu (Daniel R. Greening) Purpose: A distribution list for people who can't read sci.med.aids. Covers predominately medical issues of AIDS. Some discussion of political and social issues. Postings to AIDSNEWS and Health InfoCom News mailing lists are also carried. Unlike info-aids, postings to aids@cs.ucla.edu are NON-confidential. The average number of postings to aids is about 2 per day. The average size of articles is very large (statistics, news summaries, etc.) sci.med.aids and aids@cs.ucla.edu are moderated. (see also "info-aids" mailing list)Abbildung 4-6: Ein Auszug aus einer Liste über gebräuchliche Mailinglisten. Mailinglisten gibt es zu tausenden über fast alle Themen, von hochwissenschaftlich bis hin zu völlig abgedreht. Suchen Sie sich eine aus.
Diese Liste können Sie über
ftp://rtfm.mit.edu/pub/usenet/news.answers/mail/mailing-lists
erhalten.
Kurz news genannt, sind sie nicht mit den Unterhaltungsshows im Fernsehen zu verwechseln, mit denen man hauptsächlich zur Abendbrotzeit gelangweilt wird. Es handelt sich vielmehr um eine Möglichkeit, sich mit anderen Menschen auf dem ganzen Erdball auszutauschen, und das - aufgemerkt - vor aller Augen! Wer also jemals etwas von sich geben wollte, und das vor einem Riesenpublikum - hier kann man es. Das bedeutet natürlich auch, daß jeder das kann; und es bedeutet weiterhin, daß man üblicherweise nicht nur das zu lesen bekommt, was man gut findet. Stellen Sie sich news einfach als einen riesenhaften Zeitschriftenkiosk vor, bei dem jeder Teilnehmer seine eigene Zeitschrift darstellt.
Um der Flut von Nachrichten Herr zu werden, die aus einem gemeinschaftlichen Kommunikationsbedürfnis resultiert, wurden verschiedene Bereiche eingerichtet. Zweckmäßigerweise wurden sie thematisch geordnet, zunächst nach einigen wenigen Oberbegriffen und dann nachfolgend immer enger definiert. Die daraus entstandene Struktur ist eine Hierarchie oder ein Baum, den man recht schnell nach den interessierenden Themen absuchen kann.

Abbildung 4-7: Baum der Themen oder Subjects. Die zu einem Subject gehörenden Artikel bilden einen "thread"
In der Anfangszeit als offenes Forum für Experten gedacht, stellen netnews heute eine echte Realisierung des Artikel 5 GG dar.

Abbildung 4-8: Artikel 5, Absatz 1 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland.
Zwar gibt es genau für diesen Zweck ja die Offenen Kanäle, aber wer macht sich schon die Mühe, seiner Meinung in Wort, Schrift und Bild mit Hilfe von Filmbeiträgen Gehör zu verschaffen. Hier geht es viel einfacher. Der PC steht bei vielen sowieso auf einem Schreibtisch, ein Modem ist schnell angeschlossen. Und schon kann man sich tatsächlich fühlen wie ein Fernsehmoderator, Zeitungsjournalist oder Autor. Das Publikum, in der Regel international, ist einem dabei gewiß. Und ebenso dessen meistens sehr unterschiedliche Reaktionen.
Mittels news lassen sich Kontakte knüpfen, Probleme lösen (naja, und natürlich auch neue schaffen), Meinungen austauschen und Projekte koordinieren. Dabei können aber einige Tücken den Spaß verderben. Lesen Sie also weiter, wie Sie möglichst reibungslos am Newsverkehr teilnehmen können.
Auch wenn die Newsartikel scheinbar alle zu einem Netz gehören, so entspricht das nicht den Tatsachen. Es gibt zunächst das größte Newsnetz, das Usenet. Der trditionelle Teil besteht aus den "big seven": comp, misc, news, rec, sci, soc, talk. Dazu kommen als Erweiterung beispielsweise alt und bionet und ein deutschsprachiger Teil, de. Daneben findet man aber auch andere Hierarchien, die nicht zum Usenet gehören. Da ist zum Beispiel die cl-Hierarchi, die aus dem /CL-Netz kommt, einem stetigen Quell vieler Streitereien. Hier treffen politische, philosophische und kommerzielle Ansichten aufeinander, die aus einer vom Usenet verschiedenen Technik resultieren. Oder es gibt das Kiel-Netz, ein Konglomerat der verschiedensten Sytsme und Netze in der Kieler Region, die untereinander Newshierachien austauschen.
In jedem dieser Netz gelten verschiedene Verhaltensregeln, Netiquette genannt. Die sollte man kennen, bevor man losschreibt. Allerdings gibt es ein paar Regeln, die man immer anwenden sollte:
Technische Richtlinien:
Ein solcher Artikel besteht aus einem Verwaltungsteil, dem "header" und der eigentlichen Nachricht.
Abbildung 4-9: Die einzelnen Bestandteile eines Newsartikels.
Dabei sind Sie verantwortlich, daß wenigstens ein Teil davon korrekt ist. Für den Rest des headers ist das benutzte Newsprogramm verantwortlich.
Zunächst einige Regeln:
FALSCH:
Der Artikel wird einzeln in jede newsgroups gesetzt.
RICHTIG:
Sie schreiben den Artikel einmal und schreiben die Liste der newsgroups in die "Newsgroups"-Zeile (wird von Ihrem Newsprogramm abgefragt).
Der Nachteil der falschen Methode - und das ist der Grund, warum die meisten Leser so genervt darauf reagieren - ist, daß der Artikel in allen genannten newsgroups erscheint. Stellen Sie sich vor, daß Sie schauen wollen, was es Neues gibt und irgendein Idiot hat in zwanzig newsgroups immer wieder denselben Artikel veröffentlicht. Na? Was würden Sie am liebsten machen? Richtig! Passen Sie also gut auf, daß nicht Sie als dieser Idiot angesehen werden.
Ein korrektes Crossposting wird von guter Newssoftware erkannt und unterdrückt, wenn es schon einmal in einer der angegeben newsgroups angezeigt wurde. Das ist der Trick dabei.
Sie müssen an dieser Stelle entscheiden, ob Sie dem Autoren persönlich antworten wollen, abseits der Öffentlichkeit oder ob Sie Ihre Antwort allen interessierten Lesern zur Verfügung stellen wollen, weil Sie so wichtig ist. Wenn Sie dem Autoren des Ursprungsartikels privat antworten wollen, dann veranlassen Sie ein "reply". Ein Reply ist einfach eine e-mail. Wie man damit umgeht, haben wir schon kennengelernt. Im anderen Falle antworten Sie öffentlich; die Bezeichnung dafür ist "follow up". Dies ist dann wieder ein ganz normaler Newsartikel.
Aber, bitte, bitte, vermeiden Sie wenn möglich Followups wie "Finde ich auch!", "Richtig!", "Me too!", und so weiter. Zwar möchte man oftmals gerne seine Zustimmung bekunden, aber überlegen Sie sich mal, wieviel "Me too!"s man lesen würde, wenn alle Leser das machen würden.
Wenn Sie ein Followup schreiben, tun Sie das mit Bedacht und achten Sie auf die Netiquette.
Antworten auf eine Verkaufsanzeige oder ein Gesuch werden grundsätzlich per reply verschickt. Es interessiert niemanden, ob man sich für diesen Vorgang interessiert.
Ein reply ist eine e-mail, unterliegt also nicht der Netiquette eines Newsnetzes. Schreiben Sie so ein reply so, wie Sie einen Brief an den Empfänger schreiben würden. Es ist schon vorgekommen, daß sich hinter einer harmlosen Freizeitadresse der Chef oder der Lehrer verbirgt.
Für Firmen, die sich mit dem Gedanken tragen, Werbung in News zu starten, ein Tip: Lassen Sie es. Sie werden sicherlich ein paar Kunden fangen. Aber Sie werden eine Vielzahl von potentiellen Kunden abschrecken und sich, mindestens im Netz, ein schlechtes Image verschaffen. Es gibt einige newsgroups, in denen Werbung ausdrücklich erlaubt ist. Dort dürfen Sie nach Herzenslust. Ihr Provider kann Ihnen das Paket empfehlen, das für Ihren Zweck am geeignetsten ist.
Um eine Homepage zu gestalten, können Sie drei Wege beschreiten:
Das Gestalten-lassen ist natürlich bequem, aber auch teuer. Gute HTML-Autoren (mit Betonung auf gut) sind ein gesuchter Rohstoff und deren Dienste sind deswegen gut bezahlt.
Nehmen Sie Rücksicht auf die, die nicht so tolle Möglichkeiten haben wie Sie. HTML bietet zum Beispiel die Möglichkeit, bei der Einbindung eines Bildes einen Alternativtext anzugeben, der angezeigt wird, wenn das Bild nicht angezeigt werden kann. Dies ist ein Qualitätsmerkmal einer guten Homepage oder Webseite. Zudem ist es ein guter Stil, die Strukturmöglichkeiten (z.B. Listen) zu benutzen, um den Text durchzustrukturieren. Eine gute HTML-Seite erkennen Sie daran, daß sie immer noch klar und übersichtlich bleibt, wenn alle Grafiken abgeschaltet sind (z.B. unter lynx).
JAVA gehört zu der Familie der objektorientierten Programmiersprachen. Das genauer auszuführen ist dieses Büchlein nicht gedacht, aber es handelt sich dabei - das kann versichert werden - um eine recht moderne Art der Programmierung.
JAVA-Programme werden nicht für einen existierenden Prozessor übersetzt, sondern für eine theoretische Maschine. Dieser "Bytecode" kann dann von einem Interpreter für den dann zum Einsatz kommenden echten Prozessor ausgeführt werden [5, 6].
Das macht JAVA-Programme, und das ist der eigentliche Clou, völlig unabhängig von einem bestimmten Betriebssystem. Die Idee, das nun im Internet als Protokoll einzusetzen, macht daraus eine mächtige Idee. Denn wenn man diesen Bytecode-Interpreter in einen Browser einbaut, dann ist man nicht nur unabhängig von einem Betriebssystem, sondern auch unabhängig von irgendwelchen Monstersoftwarepaketen, die zwischenzeitlich als Kilopack CDs geliefert werden. Stellen Sie sich vor, Sie wollen eine Tabellenkalkulation oder eine Textverarbeitung verwenden. Die Funktionen, die Sie bei so einem Programm wirklich nutzen, ist nur ein Bruchteil dessen, was ein herkömmliches Paket bietet. Statt ein solches Programm zu verwenden, nehmen Sie Kontakt zu einem Provider auf. Dabei ist es unerheblich, ob Sie einen kleinen PC, ein Powerbook oder einen anderen Computer verwenden, oder gar, welches Betriebssystem. Sie brauchen nur diesen einen Browser. Nun wählen Sie bei einem Anbieter die Funktion "Text verarbeiten" oder "Tabellenkalkulation" aus. Die dafür notwendigen Programmteile werden als JAVA-Code auf Ihren Rechner übertragen und ausgeführt. Wenn Sie mit der Bearbeitung fertig sind, verschwinden die Programmteile wieder. Sie brauchen weder ein tolles Betriebssystem noch ein Riesenprogrammpaket, nur einen Browser und einen Anbieter, der die entsprechenden JAVA-Prgramme anbietet. Wenn man dieses Bild, das noch Zukunftsmusik ist, weiterspinnt, dann fallen plötzlich die Kosten für aufwendige Computer weg, die Wartungskosten wie ein großer Teil an Schulung ebenfalls. Einzig die Gebühren für den Anbieter fallen an. Man hätte wieder Kapazitäten für die eigentliche Arbeit.
class binaer {
public static void main (String args []) {
int i=10;
int j=6;
int x=0;
System.out.println (i + " " + j);
Abbildung 4-12: Ein kleines Programm in JAVA. Wenn Sie ein wenig Programmierkenntnisse haben, dann können Sie sicher erkennen, was hier gemacht wird. Eventuell erkennen Sie auch die typischen Elemente der objektorientierten Programmierung.
Bis es aber soweit ist, muß noch einiges entwickelt werden. Vor allem die existierenden Sicherheitslücken in den bestehenden JAVA-fähigen Browsern und im Sprachsystem selbst müssen ausgemerzt werden. Denn, und das ist ein wichtiger Punkt: Sie wissen nicht vorher, was Sie sich an Anwendungen über das Netz ins Haus holen. Und der Browser führt die ja sofort aus.
Zur Zeit gilt die Empfehlung, daß Sie bei Ihrem Browser die Fähigkeit JAVA und JAVA-Skript (so eine Art sehr abgespeckte JAVA-Version) dazustellen einfach abstellen. Einige Webseiten sehen dann nicht mehr so dynamisch aus, aber Sie sind auf der sicheren Seite. Und es sind bösartige Dinge möglich, wenn Sie sich ein JAVA-Applet (ein kleines JAVA-Programm) einfangen, daß zum Beispiel Ihre Festplatte löschen will.
<script language="JavaScript">
<!-- Hide Script --
var d,e=0;
function ticker() {
var a,b,c="Diese Nachricht tickert von rechts nach links+++";
b=(100/c.length)+1;
for(a=0;a<=b;a=a+1) c+=" "+c;
document.formticker.ticker.value=c.substring(e,e+100);
if(e++==100) e=0;
d=setTimeout("ticker()",1000/10); }
// --End Hiding Here -->
</script>
Abbildung 4-13:
JAVA Skript hat nicht viel mit JAVA zu tun, es wird direkt in eine Webseite
eingebaut und kann ebenfalls Aktivitäten steuern. Hier ein kleines
Beispiel für einen Nachrichtenticker.
Alles in allem ein tolles Konzept.
Steht die Verbindung, dann wählen Sie nur noch einen der vielen Kanäle aus und können lostippen. Die Kanäle sind thematisch unterteilte Bereiche, in denen die Dialoge kanalisiert werden. Sonst würden sich zuviele Leute gleichzeitig miteinander unterhalten wollen.
<Mycroft> BBC has no new information. Just replaying old news. *** Signoff: Astakhov (Leaving) *** Signoff: Cryo (sleep sleep sleep BOOM sleep sleep sleep.) <fractal> you *sure* astakh? <Kemo> rumor: barbeque inside the white house <newbie> astak: the tanks on the bridge fired upon the upper floors *** Signoff: _Codex (Leaving) <newbie> yeltsin forces occpy the lower floors <nazir> another cannon fired <fractal> rumor: WE'RE ALL GONNA DIE!!!! <newbie> another tank round.... <valik> confirm! Another reporter was killed:( *** Mode change "+o aph" on channel #report by Kemo <valik> Kemo: braai:)) <Maja> \/whois fractal <Kemo> braai? <nazir> sporadic return fires from WH <newbie> south eastern corner...lower extension of the building, ~4th floor <aph> cnn: itar-tass 20 killed on assault of parliament bldg <newbie> victims were killed during the liberation of the lower floors <newbie> of teh white house (20 casualties...parlaiment side) <ostrik> ladno, narod, ya vernus', rasskaju. Privet. <ostrik> valik : perevedi, please. <nazir> smoke comming from three windows in WH *** Signoff: ostrik (Wish you well) <newbie> from some yeltsin side report. <newbie> geez, another commercial <Kemo> another fucking commericalAbbildung 4-14: Dieser Auszug aus einem IRC-Log wurde während des letzten Putsches in Moskau aufgezeichnet. Im Verlaufe dieser Unterhaltung beginnt das Weiße Haus zu brennen. Man sieht, IRC ist auch zu ernsthafter Anwendung faähig. Aber die Leute auf IRC machen auch viel sinnloses Zeug oder feiern wilde Feten. Alles in allem ein höchst interessanter Dienst, den man über das Internet geliefert bekommt.
Um am IRC teilnehmen zu können, brauchen Sie nur noch ein paar einführende Befehle zu wissen, und es kann losgehen. Daß IRC nicht nur ein Spaß ist, sondern ein ernstzunehmendes Medium, verwundert eigentlich nicht. Mittels IRC kann man spontane, wenn gewünscht sogar weltweite Blitzkonferenzen veranstalten. Man kann Nachrichten über weite Strecken senden, wenn es notwendig ist. Beispielsweise wurden während des Golfkrieges oder während des letzten Putsches in Moskau Augenzeugenberichte per IRC im Augenblick des Geschehens verbreitet. Information pur und ohne Filter.
Normalerweise wird alles, was Sie tippen, als Nachricht an den Kanal gewertet, also als Text, den alle sehen können. Wenn Sie einen Befehl eingeben wollen, müssen Sie diesen mit einem "/" einleiten.
Alle Teilnehmer wählen einen nickname aus, eine Art Rufzeichen. Das kann ein beliebiger Name sein. Normalerweise wird die Benutzerkennung automatisch als nickname verwendet; aber Sie können den nickname später ändern.
Einige deutsche IRC-Server:
irc.uni-erlangen.de
irc.uni-stuttagrt.de
irc.tu-berlin.de
Für MS-Windows 95 gibt es einen einfachen IRC-Client, den Sie zum Beispiel von ftp.funet.fi bekommen können.
Probieren Sie das einfach mal aus...
Ein paar Befehle für die IRC-Kommandozeile folgen, damit Sie es wenigstens sofort ausprobieren können.