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All denjenigen, für die ich ein rotes Tuch bin...

Claus Schönleber

Internet für Grünschnäbel, V2.0 (April 2000)

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"Mit dem Denken ist es wie mit dem Autofahren: Jeder glaubt, er beherrscht es."
(Computerpionier Konrad Zuse an seinem 80. Geburtstag)

Vorwort

Dieser Text ist für diejenigen gedacht, die den Technikpionieren, den Wissenschaftlern und Freaks, in ein Land gefolgt sind, das noch lange nicht befriedet ist. Auch wenn Politiker in berufsbedingter Weise übertreibend davon schwelgen und - auch wenn dort noch niemals fahrende Autos gesehen wurden - schon länger von "Datenautobahnen" reden, werden Sie sehr schnell bemerken, daß es sich auch heute immer noch höchstens um einen "staubigen Wildwestpfad" handelt (so jedenfalls CNN).

Es gibt zwei Gelegenheiten, zu denen man sich dieses Buches bedienen sollte:

Dann sind Sie hier richtig. Hier wird Ihnen geholfen, sich in dem Dschungel zurechtzufinden, der so anheimelnd "Internet" genannt wird.

Seit ungefähr zwei Jahren (Stand: 1996) wissen nicht mehr nur Eingeweihte, wie man eine Nachricht in Minutenschnelle nach Übersee verschickt, zu geringeren Kosten als ein Inlandsbrief, oder buntere Bilder als das Fernsehen sie liefern könnte, auf den heimischen PC-Bildschirm bekommt. Berufene und Unberufene (aber vor allem letztere) benutzen das Wort "Internet" in jedem zweiten Satze und verstärken noch die Verwirrung, die einen gewöhnlichen Sterblichen befällt, wenn er das erste Mal von diesem Netz aller Netze hört.

Ihr Problem (das haben Sie, wenn Sie es für notwendig halten, in dieses Buch zu schauen) mit diesem Internet ist ungefähr mit der Situation eines noch sehr unsicheren, aber sehr interessierten Fahranfängers zu vergleichen, der sich zu seiner ersten Alleinfahrt mit einem Kleinwagen plötzlich neben Michael Schumacher am Start zu einem Formel-1 Weltmeisterschaftsrennen befindet. Aber es gibt zwei Dinge, die ich Ihnen versichern kann:

1. Die anderen machen auch nichts anderes als Sie.

2. Die allermeisten anderen waren vor kurzem in derselben Situation wie Sie.

Bewahren Sie also einen kühlen Kopf, kramen Sie ein wenig Geduld hervor, und machen Sie sich unbefangen wie ein Kind daran, ein neues Land zu entdecken. Schritt für Schritt, das ist wichtig. Am Ende werden Sie bemerken, daß eigentlich nichts wesentlich Neues zu finden war, nur eine weitere Methode, miteinander Nachrichten auszutauschen, die eigentlich sowieso selten jemanden interessieren. Allerdings viel schneller als früher.

Das ist übrigens auch die letzte Gelegenheit, bei der ich die Metapher von der "Datenautobahn" benutzen werde. Und Ihnen sei das auch empfohlen. Denn es ist die dümmste Übersetzung, die man je in irgendeinem Fachjargon gefunden hat. Wo, bitte schön, fahren in den Leitungen Autos?

Außerdem führt solch eine unpassende Übersetzung zu folgenschweren Fehlschlüssen. Spinnt man das Bild weiter, so ergeben sich wie zwangsläufig und scheinbar einsichtig weitere Begriffe wie "Straßenverkehrsordnung", "Autobahnpolizei", "Geschwindigkeitskontrollen", etc. Sie werden im Verlaufe Ihrer Netzkarriere schnell merken, wie falsch diese Ansätze sind. Reden Sie also von "Infobahn", "Datennetz" oder einfach "Internet", wenn Sie vom Thema reden. Diese Begriffe sind zwar auch teilweise noch holperig, aber auf jeden Fall besser als das unselige "Datenautobahn".

Vorwort zur Version 2.0

Nun, endlich, ist sie da: die Neuauflage des beliebten und reichlich benutzten virtuellen Buches "Internet für Grünschnäbel". Veraltete Passagen sind entfernt und durch aktuelle Bezüge ersetzt worden. Fehler wurden beseitigt und - wahrscheinlich und leider - neue hinzugefügt. Aber hier im Netz (nein, das hier ist nicht das Internet, es ist das World Wide Web!) kann man ja dem Autoren Korrekturen schnell mitteilen. Machen Sie reichlich Gebrauch davon.

Der Text wird nun laufend aktualisiert werden, ab und zu wird es also neue Varianten geben.

Viel Erfolg und Vergnügen beim Lesen dieses Buches und bei der Arbeit.

Kiel, im April 2000.

Danksagungen

Ich bedanke mich bei allen, die an der Entstehung dieses Textes mitgewirkt haben. Besonderer Dank gilt Matthias "bonbit" Brunke, der vor allem beim Teil über Crosspoint (XP) mitgeholfen hat. Ebenfalls danken möchte ich Jens-Uwe Lembke, der mir trotz beruflicher Auslastung immer mit Rat zur Verfügung stand, wenn ich mich über ein bestimmtes Betriebssystem (welches das Fensterln wieder populär gemacht hat) erneut geärgert hatte und ihn deswegen in skrupelloser Weise und sehr genervt anrief. Ich möchte mich weiterhin bei der Firma Netuse Kommunikationstechnologie GmbH in Kiel für die unbürokratische Bereitstellung von Netzzugängen bedanken. Dank auch an Kai Völcker (Addix), seine Kritik und Tips waren wertvolle Ratgeber. Desweiteren gilt mein Dank der Firma NetManage, die mir in unbürokratischer Weise eine Auswahl ihrer Produktpalette für die erste Auflage zur Verfügung stellte. Natürlich danke ich auch allen anderen Firmen, stellvertretend sei ftp-Software erwähnt, die mir ebenfalls Software zur Verfügung stellten.  Ach ja, und auch André "Mikado" Busche (NDR) soll hier erwähnt werden; einfach, weil ich es ihm beim Mittagessen mal wieder versprochen habe.

Aufbau des Buches

 Im ersten Teil werden die wichtigsten technischen Prinzipien besprochen, dann folgen ein paar Tips zur InstallationFragen und Antworten zur Praxis der einzelnen Dienste, Anwenderfragen, ein Glossar und schließlich ein Quellen- und Literaturverzeichnis.

Im Text finden Sie viele Verweise auf externe Seiten. Lesen Sie diesen Text direkt über das Netz oder lokal auf einem Rechner, der Netzzugang besitzt, so können Sie den Verweisen direkt folgen und weitere Informationen oder nähere Erläuterungen zu Begriffen im Text nachlesen. Damit wird das World Wide Web so genutzt, wie es gedacht war, nämlich Wissen vieler verschiedener Menschen vernetzt darzustellen und zugreifbar zu machen.

Möchten Sie Hacker werden?

Zunächst: Glauben Sie nicht das, was Sie in den Medien hören. Was dort verbreitet wird, ist gefärbte Meinung, nicht sachliche Information. Es ist einfacher, Stereotypen zu verbreiten - das läßt sich besser verkaufen - als echte Nachricht - das kostet nämlich Arbeit und viel Mühe bei der Recherche. Wir definieren deswegen:
 
 
Hacker Mensch, der wissen will, wie Technik funktioniert. Hier geht es nicht darum, anderen zu schaden, eher im Gegenteil. Es wird versucht, verdeckte Schwächen der Systeme offenzulegen, damit die Technik sicher und einfach benutzbar wird. Hacker machen sich viele Gedanken darüber, welche Folgen Technik haben könnte. 

Hacker sind nicht nur harmlos, sondern eine wichtige Einrichtung im Netz, die verhindert, daß Firmen oder Eindringlinge mittels schlecht durchdachter Software Schäden bei ihren Kunden anrichten können. 

Die Abwehr von Hackern ist extrem schwierig - und soll es auch sein.

Cracker Bezahlte Spione oder Saboteure, die ihre Angriffe über Datenstrecken führen. Diese Gruppe hat kein Interesse an Öffentlichkeit, sie versucht, um jeden Preis unauffällig zu bleiben. Dabei ist es durchaus recht, daß Crackerangriffe Hackern in die Schuhe geschoben werden. 

Cracker sind sehr gefährlich und verursachen in der Industrie der Nationen und im militärischen Bereich jährlichen Schaden in Milliardenhöhe (nehmen Sie US$ oder  ). 

Die Abwehr von Crackern ist ebenfalls extrem schwierig, vor allem weil sie Teil eines größeren Angriffs sind, der eventuell auch physisches Eindringen (Einbruch, Diebstahl, etc.) bedeuten kann.

Skript Kiddies Die Flöhe des Netzes. Sie haben keine Ahnung, was sie tun, sie haben keine Ahnung von den Folgen ihres Tuns und sie haben auch keinerlei Ahnung, welche Folgen das für sie haben kann. Skript Kiddies benutzen Analysewerkzeuge, die für Systemverwalter geschrieben wurden oder Programme, die Sicherheitslücken in verbreiteter Software demonstrieren. Solche Programme haben bereits einfachste Benutzungsoberflächen (mausbedienbar) und erfordern den IQ einer Pfandflasche. 

Skript Kiddies sind einfach nur lästig. Sie sind wie Kinder, die herumzündeln und versehentlich dabei eine ganze Siedlung niederbrennen. Sie sind eigentlich harmlos, aber ihr Tun kann heftigen Schaden verursachen. 

Skript Kiddies sind einfach abzuwehren. Jeder halbwegs kompetente Netzverwalter kann wirksame Gegenmaßnahmen ergreifen.

Wie wird man nun Hacker? Ganz einfach: Lernen Sie! Hören Sie nicht auf zu lernen. Wenn Sie etwas können, lernen Sie etwas neues. Hacker werden kann einem nicht beigebracht werden, man kann es nur durch Eigeninitiative werden. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Chaos Computer Clubs.

Rechte und Nutzungsbedingungen

Internet (WWW)

Lizenzmodell: GPL.

Dieser Text unterliegt der GPL (Gnu General Public License) des GNU Projektes.
 
Nutzung mit GPL nur über das World Wide Web. Copyright (C) 2000 by Claus Schoenleber <claus@schoenleber.org>. Wenn Ihnen GPL kein Begriff ist, lesen Sie die Bedingungen erst sorgfältig durch. Jeder Kopie, auch jeder veränderten, muß der GPL-Text beiliegen, ebenso wie der Hinweis auf den/die Autoren.

Lizenztext:
 
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Intranet-Lizenz

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