Wenn der Euro kommt ...
WAS DU HEUTE KANNST BESORGEN
Wer rechtzeitig vorsorgt, hat später mehr vom Ruhestand
Für Millionen von Bürgern sind Lebensversicherungen ein wichtiges Stück langfristiger Zukunftsvorsorge und Alterssicherung. Sollte man kapitalbildende Lebensversicherungen kündigen, bevor der Euro kommt? Das wäre ein Fehler, meinen Experten.
Das Thema "Sicherheit der Renten" wird in diesem Jahr immer wieder diskutiert - am Arbeitsplatz, in den Familien, mit Bekannten. Natürlich wird es auch in zehn oder zwanzig Jahren noch eine soziale Alterssicherung geben. Aber wer nach Beendigung des Berufslebens weiter den gewohnten Lebensstandard genießen will, sollte nicht nur auf das Geld aus der Rentenkasse angewiesen sein. Soweit herrscht meist Einigkeit. Aber was tun?
Franz Klug hat sich entschlossen, durch eine Kapital-Lebensversicherung dafür zu sorgen, daß er sich auch im dritten Lebensabschnitt noch etwas leisten kann. Jetzt ist er unsicher geworden. Denn als er mit Kollegen darüber diskutierte, warnte einer: "Das ist jetzt doch genau der falsche Moment. Jetzt zahlst Du die Prämien in DM. Wenn die Versicherung fällig wird, bekommst du die Euro-Kohle. Da weiß doch heute noch niemand, ob die was wert ist." Das wirkt nicht gerade beruhigend. Zwar ist der Versicherungsvertreter ganz anderer Ansicht. Aber Klug hat Zweifel, ob der ihn objektiv berät. Deshalb fragt er einen unabhängigen Fachmann, ob es besser ist, mit einem Versicherungsabschluß noch zu warten. Dessen Rat ist einfach und eindeutig: Wer sich entschlossen hat, seine Familie durch den Abschluß einer Risiko-Lebensversicherung zu schützen oder durch eine Kapital-Lebensversicherung das spätere Alterseinkommen aufzubessern, sollte damit so früh wie möglich beginnen. In jungen Jahren sind die Prämien günstiger. Zudem kann bei der späteren Auszahlung mit einer höheren Überschußbeteiligung gerechnet werden. Wenn die Versicherung nach dem Jahr 2002 fällig wird, wird der Betrag zwar in Euro ausgezahlt, weil es die DM als gesetzliches Zahlungsmittel dann nicht mehr gibt. Aber das spielt für den tatsächlichen Wert der Versicherung keine Rolle. "Sie sollten sich nicht dadurch beunruhigen lassen, daß Sie statt der vereinbarten Summe von beispielsweise 60 000 DM dann nur rund 32 500 Euro bekommen. Denn Preise, Mieten oder Renten werden genauso umgerechnet. Die Kaufkraft des Geldes bleibt deshalb gleich. Das ist etwa so, als ob statt von zwei Pfund von einem Kilo gesprochen wird. Das tatsächliche Gewicht ändert sich dadurch nicht."
Wer eine Lebensversicherung hat, die erst einige Jahre nach Beginn der Währungsunion fällig ist, kann sogar hoffen, daß ihm neben der vereinbarten Vertragssumme höhere Überschußanteile ausgezahlt werden. Die meisten Versicherungsunternehmen rechnen nämlich damit, daß sie die eingenommenen Prämien in dem größeren Kapitalmarkt günstiger als bisher anlegen können. Das wird sich in erhöhten Gewinnanteilen niederschlagen. Hinzu kommt, daß sie gesetzlich verpflichtet sind, die ihnen zufließenden Prämieneinnahmen überwiegend in der Währung anzulegen, in der sie die Versicherungssumme später auszahlen müssen. Wenn dies aber der Euro ist, können sie sich im gesamten Gebiet der Europäischen Währungsunion bewegen. Heute ist dies wegen des Wechselkursrisikos bei Anlagen im Ausland nur beschränkt möglich.
"Wer seine spätere Rente durch Eigenvorsorge aufbessern will, sollte damit so früh wie möglich beginnen," rät daher der Experte. "Das gilt für den Abschluß einer Lebensversicherung ebenso wie für das Aktien- und Bausparen oder den Kauf von Fondsanteilen. Wenn der Euro kommt, findet nur ein Geldumtausch statt. Am realen Wert des Ersparten ändert sich dadurch nichts."