Wenn der Euro kommt .........
DIE EURO-MACHER
Namen sind Nachrichten
Im Frühjahr 1998 fällt die Entscheidung über den Teilnehmerkreis für den Start in die europäischen Währung. Viel wird geschrieben über die Kriterien, wenig über die Entscheidungsträger. Wer sind die Euro-Macher?
Bundeskanzler Kohl und seine EU-Kollegen werden das letzte Wort haben. Die Würfel über die Euro-Teilnahme fallen im Kreis der europäischen Staats- und Regierungschefs. Nach dem bewährten Motto: Drum prüfe, wer sich ewig bindet... sind an der Vorbereitung einflußreiche Persönlichkeiten beteiligt. Dazu zählen unter anderem Bundesbankpräsident Hans Tietmeyer und der designierte Präsident des Europäischen Währungsinstituts, Willem Frederik Duisenberg, ein Spitzenbanker aus Holland. Sein Institut in Frankfurt/Main wird einen Konvergenz-Bericht erstellen, ebenso die Brüsseler EU-Kommission. Dort ist der französische Kommissar Yves-Thibault de Silguy für den Euro zuständig. Ein gewichtiges Wörtchen mitzureden hat auch das Europäische Parlament, das eine Empfehlung an die Staats- und Regierungschefs abgeben wird. Die maßgeblichen Euro-Macher im Europäischen Parlament sind die beiden deutschen Abgeordneten Karl von Wogau, Vorsitzender des Wirtschafts- und Währungsausschusses und Christa Randzio-Plath, Vorsitzende des Unterausschusses Währung. Eine Vorentscheidung fällt im Rat der 15 Wirtschafts- und Finanzminister. Hier werden die deutschen Minister Günter Rexrodt und Theo Waigel mit am Tisch sitzen, um festzustellen, welche Länder den Härtetest der Konvergenzkriterien bestehen. So werden die 15 Regierungschefs mit qualifizierten Expertisen im Gepäck 1998 auf dem entscheidenden EU-Gipfel eintreffen und die Euro-Teilnehmer endgültig auswählen.